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Mehr als 380 Wallfahrer aus dem Landkreis Rhön-Grabfeld, den umliegenden Landkreisen Bad Kissingen, Hassberge und Thüringen machten sich am Freitagmorgen um 4.15 Uhr auf den Weg von Bad Königshofen nach Vierzehnheiligen. An einem Tag marschierten die Männer rund 60 Kilometer und kamen gegen 20.30 Uhr an der Basilika an. Am Samstagnachmittag ging es zurück bis Seßlach, wo übernachtet wurde, bevor man sich am Sonntagmorgen in Richtung Bad Königshofen aufmachte.

Dort wurden die Wallfahrer traditionell am Marktplatz von vielen Angehörigen, Freunden und Bekannten begrüßt und ins Gotteshaus geleitet. Die Bad Königshofener Männerwallfahrt ist die einzige Wallfahrt, die nach wie vor an der Tradition festhält, wonach nur Männer an dieser Wallfahrt teilnehmen sollten. Etwas, das die Wallfahrer aber auch der Würzburger Wallfahrtspfarrer Josef Treutlein, ein gebürtiger Bad Königshofener, im Gespräch betont. Bedingt dadurch, dass man keine Frauen aufnahm, hätten sich um Umkreis weitere gemischte Wallfahrten gebildet, so unter anderem in  Eyershausen.

Wallfahrten, so der Geistliche, werden immer gerne angenommen, allein, um aus dem Alltagstrott einmal heraus zu kommen. Das bestätigen Wallfahrer selbst immer wieder. "Ich komme gerne von Berlin hierher nach Sulzfeld, um nach Vierzehnheiligen zu laufen, das baut mich dann für das ganze Jahr auf." Ein anderer, der gerade mit Blasen an den Füßen behandelt wird meint:  "Blasen gehören dazu, sonst wäre das ja keine Wallfahrt - ein bißchen Buße muss doch dabei sein.Zahlreiche Angehörige, Freunde und Bekannte begrüßten am Sonntagabend die Wallfahrer aus Rhön-Grabfeld, Bad Kissingen und Thüringen.

Nach der Maiandacht in der Wallfahrtskirche von Ipthausen zogen die Männer, voran die verschiedenen, teils geschnitzten, teils gemalten Bilder der jeweiligen Ortschaften, nach Bad Königshofen. Sie wurden von Pfarrer Karl Feser in der Kirche begrüßt, der den Wallfahrern dankte, dass sie eine Tradition aufrecht erhalten und weiter führen. Marienlieder erklangen in der Pfarrkirche zum Abschluss und man verabschiedete sich oftmals mit den Worten: "Bis zum nächsten Jahr."

Autor: Hanns Friedrich

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