Zum ersten Mal in der fast 400-jährigen Tradition des einstigen „Stundengebets in der Klosterkirche“, den heutigen Gebetstagen, war ein Weihbischof zu Gast.
In der Stadtpfarrkirche zelebrierte er gemeinsam mit Pfarrer Stephan Frank und Kaplan Gerald Mabiriizi den Sonntagsgottesdienst.Pfarrer Stephan Frank hatte den Gast aus Würzburg begrüßt und freute sich mit Pastoralreferentin Alice Düchs über den Besuch aus Würzburg. Kurz streifte er das Stundengebet in der Klosterkirche und erinnerte daran, dass dies einst von den Kapuzinern eingeführt wurde. Damals vor allem deshalb, da früher Fasching noch ausgiebiger gefeiert wurde als es heute der Fall ist. Im Gebet der Kapuziner wurden deshalb all diejenigen eingeschlossen, die in den Fastnachtstagen sich ausschweifend vergnügten und damit so manche Sünde begangen hatten. Heute diene das 40-stündige Gebet in der Klosterkirche vor allem den persönlichen Beziehungen zu Christus. Sie sollen vertieft und erneuert werden.
Der Weihbischof ging in seiner Predigt auf das Sonntagsevangelium ein. Dabei gehe es Jesus darum nicht Gesetze aufzuheben, sondern diese zu erfüllen. Er vertiefe diese Gebete. So zum Beispiel „Du sollst nicht töten“ mit dem Hass, denn ein Mensch im Herzen trägt. Wichtig sei es genau darauf zu achten. Der Bischof ging in diesem Zusammenhang auf das Thema „Mobbing in den Schulen“ ein, das vermehrt zu erleben ist. Der Hintergrund sei, dass niemand mehr die Jugendlichen anleitet, auf das eigene Herz zu achten und wie man mit dem anderen umgeht. Gerade in den heutigen Medien, wie dem Smartphone, komme es immer wieder zu Haß, Mißgunst und eine Entwertung des Mitmenschen.
Das Thema „Ehebruch“ habe Jesus ebenfalls aufgegriffen. Hier gehe es um die Herzenshaltung, die Ehepartner zueinander haben. Der Bischof verglich das Versprechen mit einem Eid, den auch er zu Beginn seines Amtes als Weihbischof auf die Verfassung geleistet habe. Jesus habe dazu eine klare Meinung, wenn er sagte: „Ja ist Ja und Nein ist Nein.“ Dabei gehe es letztendlich um Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit gegenüber dem anderen. Gesetze seien damit auch religiöse Gebote. „Was Jesus uns ans Herz legt, hat mit der Kultivierung unseres Herzes zu tun,“ sagte Weihbischof Paul. Das sei eine lebenslange Aufgabe für jeden einzelnen Menschen.
Pastoralreferentin Alice Düchs dankte dem Weihbischof im Anschluß der Messfeier für die beeindruckende Predigt und dafür, dass er zugesagt habe, nach Bad Königshofen zu kommen, um hier die Gebetstage zu eröffnen. Als Geschenk gab es „Königshöfer Pflasterstee“, die daran erinnern, dass Königshofen einst die ersten gepflasterten Straßen hatte. Dazu überreichte sie ein Lebkuchenherz mit den Initialen P R. Das stehe für den Pastoralen Raum Bad Königshofen zum einen und es seien auch die Initialen von Weihbischof Paul Reder. „Es ist ein Herz, das mit Liebe gebacken wurde.“ Weihbischof Paul Reder sei somit die Verbindung zu den neuen Pastoralen Räumen. Der Weihbischof bedankte sich sehr herzlich, sagte, dass er sehr gerne gekommen sei und sich auf die anschließende Begegnung im Pfarrgemeindehaus freue.
Autor: Hanns Friedrich






