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Pfarrfest mit vielen Attraktionen gut angenommen – "Das habe ich noch nie gesehen... jetzt war ich doch schon so oft hier und bin daran vorbei gegangen...Ein Hund bei der Auferstehung Christi oder Jesus als Gärtner mit Spaten und einem grünen Hut?" Die großen und kleinen Gäste bei den beiden Kinderkirchenführungen im Rahmen des Pfarrfestes der Pfarrei Mariä Himmelfahrt waren am Donnerstag erstaunt und beeindruckt. "Ja, unsere Stadtpfarrkirche hat so viele Schätze, die man gar nicht alle kennt," sagte Pastoralreferentin Alice Düchs. Sie hatte mit Pfarrgemeinderatsvorsitzende Andrea Friedrich-Rückert, die etwas andere Führung in der Stadtpfarrkirche ausgearbeitet und beide waren vom Erfolg überwältigt. "Das hätten wir nicht gedacht, daß das so ankommt und auf so viel Interesse stößt."

Bei Adam und Eva begann die Kirchenführung, das heißt am Südportal der Stadtpfarrkirche. Hier ist der älteste Teil des Gotteshauses und auch eine Inschrift, die besagt, daß man "an Ambrosi 1492 den Bau begonnen hat."  Eine Kirche verglich Pastoralreferentin Alice Düchs mit einer Bibel, die man nur aufschlagen muß und darin lesen kann. So sei es auch von Anfang an gewollt, vor allem, als viele Menschen noch nicht lesen konnten. "Anhand von Bildern wurde ihnen das Heilsgeschehen nahe gebracht." So ging es vom Süd- zum Nordportal der Stadtpfarrkirche, wo die Verkündigung an Maria dargestellt ist. Dann standen Kinder und Erwachsene vor dem historischen Taufstein mit dem Wappen von Fürstbischof Julius Echter. "Da bin ich getauft worden," sagten einige Kinder und ihre Eltern nickten. "Deshalb machen wir auch das Kreuzzeichen, wenn wir in eine Kirche kommen, denn das erinnert uns an die Taufe," erläuterte die Pastoralreferentin.

 Einiges zu sehen war dann am Hochaltar der Stadtpfarrkirche. Hier erfuhren die Gäste, dass in den katholischen Kirchen die geweihten Hostien im Tabernakel aufbewahrt werden und auch das "Allerheiligste" in der Monstranz verehrt wird. "Deshalb machen wir eine Kniebeuge, um zu zeigen, wie klein wir Menschen gegenüber Gott sind." Am Altar selbst gabs auch einiges zu entdecken:. So sieht man in einem Bild, wie Gott über den Wassern und über die Erde schwebt und gerade die Sterne, die Sonne und den Mond erschaffen hat. Andrea Friedrich zeigte dann auf eine Engelsschar und darauf, daß hier Maria mit der Krone dargestellt ist. Darunter ist das Wort "FIAT" zu lesen. "Das heißt übersetzt "Ich bin die Magd des Herrn" erklärte die Pastoralreferentin, was wiederum zur Mariendarstellung passt. Die Künstler haben sich damals also wirklich etwas gedacht. Ein weiteres Altarblatt zeigt einen Apostel mit Brille. Eine Darstellung, die es sonst nicht mehr gibt, denn der Apostel ist Thomas Buscher, den sein Freund August Weckbecher nach dessen Tod so im Bad Königshofener Altar verewigt hat, wußte Pfarrgemeinderatsvorsitzende Andrea Friedrich.

Die Besucher erfuhren was es mit den Zunftstangen auf sich hat und staunten nicht schlecht, als sie am "Auferstehungsaltar" ein Bild sahen, das Jesus mit grünem Hut und einem Spaten in der Hand zeigt. Eine Darstellung, die Alice Düchs so auch noch nie gesehen hat. Verwiesen wird damit auf die Begegnung von Jesus und Maria nach der Auferstehung, als Maria meinte, sie haben einen Gärtner vor sich und erst dann bemerkte, daß es Jesus war. Was die sieben Sakramente mit Säulen in der Stadtpfarrkirche zu tun haben, erfuhr man bei der Führung Diese Säulen befinden sich am Haupteingang unter der Empore und führen zu einer Einheit zusammen. Sie erinnern an die sieben Sakramente, hieß es bei der Kinderkirchenführung. Schließlich ließ Küster Michael Löhr noch einen Blick in die Sakristei und zu und zeigte auch die Messgewänder und Chormäntel, die reich bestickt und vor allem schwer sind. Etwas Besonderes war es, als die Kinder die Knöpfe drücken durften und damit die Glocken der Stadtpfarrkirche in Gang setzten.

Vorbei an der Marienfigur, die vermutlich so alt wie das Gotteshaus ist, ging es zum  "Henkerschörle" auf der Empore. Hier soll Überlieferungen zufolge, der Henker von Königshofen die Möglichkeit gehabt haben, dem Gottesdienst bei zu wohnen. Er war ansonsten im Mittelalter beim Volk nicht gerne gesehen. Schließlich staunten die Gäste über die nur dreimal in Europa vorhandene Doppelwendeltreppe, bei der man sich zwar sehen, aber nicht zusammen kommen kann. Am Haupteingang mit dem in Stein gehauenem Jüngsten Gericht endete die Kirchenführung und als Dankeschön gabs dann noch einen Anstecker, der die Schutzpatronin der Pfarrei und der Stadt Bad Königshofen, die Marienstatue zeigt. Darunter konnte man lesen "Kirchenexperte". "Ihr seid ja jetzt alle Kirchenexperten und könnt anderen von der Stadtpfarrkirche erzählen," sagte Pastoralreferentin Alice Düchs.

Beim Pfarrfest gabs natürlich einiges mehr: Pastoralreferentin Regina Werner hatte sich ein Glockenrätsel ausgedacht, passend zum Thema "Alle Glocken läuten!". Dabei ging es um die Frage nach der Anzahl der Glocken am Kirchturm ebenso wie um die Glocken in der Kirche. Mehr als 40 Einsendungen wurden eingereicht und bei der Auswertung hatte die Pastoralreferentin alle Hände voll zu tun. Reiskörner in einem Glas mußten geschätzt werden und das Dekanatsprojekt wurde vorgestellt und um Spenden gebeten. Alfons Weigand hielt einen Vortrag über die Glocken der Stadtpfarrkirche und Hanns Friedrich, Vorsitzender im Verein für Heimatgeschichte, entführte Kinder und Erwachsene auf den Turm der Stadtpfarrkirche, wo sie das kleine Turmmuseum unter die Lupe nehmen und einen Blick von oben auf das Grabfeld werfen konnten. Ein Erlebnis, vor allem für die Kinder war dann, als bei der Führung die Michaels- und die Paulsglocke kurz läuteten und man vor Ort dann sah, wie diese Glocken in Schwung kamen und wie laut so ein Glockenton ist. Die musikalische und gesangliche Begleitung hatten im Gottesdienst der After Eight Chor unter der Leitung von Monika Hüllmandel übernommen, beim Frühschoppen und Mittagessen spielte die Stadtkapelle Bad Königshofen auf und schließlich war auch noch die Prominentenband zu Gast und sorgte für viel Stimmung.     Text: Hanns Friedrich

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