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Nacht der offenen Kirchen mit vielfältigen Angeboten – Ganz langsam stieg die Weihrauchwolke am Altar der Hauskapelle des Elisabethaspital nach oben und hüllte die goldglänzende Monstranz in ein fast mystisches Licht. Ganz anders in der Stadtpfarrkirche, deren Chorraum in einer besonderen Farbenpracht getaucht war oder in der evangelischen Kirche, in der es gar ein kleine Klagemauer gab. Die Initiatoren der ersten "Nacht der offenen Kirchen" in Bad Königshofen hatten den zahlreichen Besuchern einen besonderen Abend beschert.

 Kein Wunder, dass man von einem Erfolg sprechen kann. Rote Teppiche und Lichter zeigten den Besuchern den Weg zu den fünf Kirchen, die alle im Stadtgebiet lagen.  Mit dem Geläute aller Glocken wurde die erste "Nacht der offenen Kirchen" in Bad Königshofen eröffnet und schon eine viertel Stunde später stellte Kaplan Sebastian Krems die goldglänzende Monstranz auf den festlich mit Kerzen und Blumen geschmückten Altar der Hauskapelle im Elisabethaspital. Stille, Gebet, Anbetung aber auch Gitarrenmusik, Gesänge aus Taizè und Orgelklänge waren zu hören. Weil die kleine Hauskapelle der Heiligen Elisabeth geweiht ist, wurden in einer ersten Meditation drei "Werke der Barmherzigkeit" angesprochen. Als Bildvorlage dienten die historischen Bilder der Empore. Aktuell stand "Fremde aufnehmen" im Vordergrund. Ein Thema, das gerade heute aktuell ist. "Kranke pflegen" und "Sterbende begleiten" waren die nächsten "Werke der Barmherzigkeit". Beide passten gerade deshalb in das Alten- und Pflegeheim des Elisabethaspitals.

"Jesus begegnen" hieß es nämlich in der kleinen Hauskapelle des Elisabethaspitals. Hier endet die dreistündige "Nacht der offenen Kirchen" denn auch mit dem sakramentalen Segen. Nur wenige Fußminuten entfernt ein ganz anderes Bild in der Klosterkirche. Hier standen Filme und Texte, die auf einer Großleinwand eingespielt wurden im Mittelpunkt. Diakon Rudolf Reuter hatte die Vorbereitung übernommen. Wie im Elisabethaspital gab es Kerzen vor dem Gotteshaus, die zum Besuch zur "Nacht der offenen Kirchen einluden und auch im Innern waren kleine Lichter auf den Kirchenbänken aufgestellt. Schade nur, dass diese nicht zur Geltung kamen, weil die großen Lampen den Raum in ein helles Licht tauchten.

Meditative Musik konnte man in der Hauskapelle des Familienbildungshauses St. Michael schon von außen hören. Um Kerzen und eine Engelsfigur, die am Boden aufgestellt waren, gab es dazu einen meditativen Tanz. Hauptthema hier: "Lass dich berühren", sagte Pastoralreferentin Regina Werner. Ein Kontrastangebot, zur Anbetung und Filmeinspielungen, das aber durchaus seine Reize hatte und entsprechend auch angenommen wurde. Die Evangelische Kirche bot einen Raum der Stille. Zuständig dafür war Theresa Karlein. Sie hatte die Kirche mit vielen Kerzen in ein besonderes heimeliges Licht getaucht. An der Seite zum Altar standen Liegestühle, um zu entspannen und bei Musik Ruhe von der Hektik des Alltags zu finden. Gegenüber aus Steinen eine kleine "Klagemauer". Hier konnten die Besucher ihre Anliegen auf einen Zettel schreiben und, wie in Jerusalem in die Steine stecken. Die Zettel, so Theresa Karlein wurden im Anschluss im Gotteshaus verbrannt.

Auch hier war der Außenbereich besonders schön gestaltet durch ein flackerndes Feuer, dem roten Teppich und zahlreichen Kerzen, die den Besucher in die Kirche leiteten. Die Fenster des Gotteshaus und der teils durch Straßenlampen erleuchtete Kirchturm taten das ihre dazu, um auch hier die Besucher zur Ruhe kommen zu lassen und zu motivieren das Gotteshaus zu besuchen. Ebenfalls im Licht von Scheinwerfern gegenüber der Kirchturm der katholischen Stadtpfarrkirche. Mariä Himmelfahrt Schon von außen konnte man an den Fenstern erkennen, dass dieses Kirche etwas farblich besonderes bietet. Im Innern waren die Besucher fasziniert von der dezenten Farbenpracht, die den Chorraum in ein besonders Licht rückte. Eingespielte Musik, Gebete und meditative Texte, die Pfarrer Karl Feser ausgewählt hatte, gaben dem Abend auch hier die ganz besondere Note.

Die erste "Nacht der offenen Kirchen" in Bad Königshofen kann damit durchaus als ein voller Erfolg gewertet werden. Das jedenfalls zeigten die Kommentare der Besucher: "Die Stadtpfarrkirche in einem wunderschönen Licht.... mir hat es in der evangelischen Kirche die Ruhe und die Klagemauer besonders angetan.... der meditative Tanz im Haus St. Michael, hat mich wirklich berührt.... die Texte und Filme in der Klosterkirche regten zum Nachdenken an... und: "Die kleine Hauskapelle des Elisabethaspital mit den vielen Kerzen und der Monstranz - das hatte ein besonderes Flair zur Nacht der offenen Kirche... einfach nur schön und einladend." Einig waren sich die Besucher allemal: "Das könnte doch einmal im Jahr eine feste Einrichtung werden."

Autor: Hanns Friedrich

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