logo pg Grabfeldbrücke
Findelbergfest mit Dekan Dr. Andreas Krefft – Die Berichte über die Schwangerschaft Mariens hat Dekan Dr. Andreas Krefft (Bad Neustadt) beim Findelbergfest in Saal an der Saale am Samstagmorgen in einer beeindruckenden Predigt auf die heutige Zeit übertragen. "Die Heilige Familie war eigentlich eine Patchworkfamilie", sagte der Dekan und auch, dass die 16-Jährige Maria, die ein uneheliches Kind bekam, für ihre Umgebung beschämend war. Für Maria sei die Mitteilung des Engels Gabriel "Du wirst einen Sohn gebären..." deshalb angsteinflössend gewesen. "Das war eine soziale Katastrophe, denn Maria war den Schandmäulern ausgesetzt".

Das sei sogar ein Grund zur Steinigung damals gewesen. Noch heute würden Frauen in dieser Situation, zum Beispiel im Orient, mit dem Leben bedroht. Zum Fest Mariä Heimsuchung, sagte der Dekan, dass sich dieses auf den Besuch von Maria bei ihrer Base Elisabeth bezieht. "Das war kein einfacher Weg, denn er führte durch Steinwüste und Gebirge und dauerte drei Tage."  Pfarrer Dr. José Karickal hatte den Dekan zunächst als Festprediger begrüßt und gemeint, dass er bei den Gläubigen am Findelberg geliebt und gewollt ist. Außerdem sei er ein großer Marienverehrer. Den zahlreichen Gläubigen sagte Pfarrer Karickal: "Danke für ihre Treue zum Findelberg." Mit ihm standen sowohl ein indischer Mitbruder, als auch die Geistlichen Lorenz Maurer (Hollstadt), Prälat Bernold Rauch (Rödelmaier), Frank Mathiowetz (Heustreu), Pater Raphael Morawin sowie Diakon Konrad Hutzler (Trappstadt) am Altar. Ein Gruß galt den Wallfahrern aus Herschfeld, Brendlorenzen, Rödelmaier und Eichenhausen sowie aus Fridritt und Hollstadt, die teils weite Wege auf sich genommen hatten.

An die Gottesdienstbesucher richtete der Dekan die Frage, was sie wohl bewegt hat, zum Findelberg zu kommen: War es Gewohnheit, die Suche nach Gemeinschaft, der Gottesdienst im Freien oder die Sehnsucht als Christ von Gott angerührt zu werden? Viele Kerzen seien in der kleinen Kapelle angezündet "und da habe ich die Wärme gespürt, die davon ausgeht." Viele würden damit deutlich machen: Hier bin ich Maria. Begegnungen prägen das Leben, sagte der Dekan. So sei es auch bei Maria und Elisabeth gewesen, die der Geistlich als "Hoffnungsträger des Glaubens" bezeichnete. Der Engel Gabriel sei es gewesen, der Maria sagte, dass sie ein Kind gebären wird. Angst habe Maria da befallen, denn sie war damit den Schandmäulern ausgesetzt. 16 Jahre sei Maria damals gewesen und die Botschaft des Engels sei für sie eine soziale Katastrophe gewesen. Auch heute noch würden Menschen plötzliche eine Last auferlegt, wird über sie geredet, geurteilt und verurteilt. Da wäre es auch heute oftmals gut, wenn es einen Engel Gabriel gäbe, der sagt: "Gott hält in allen Lebenslage zu dir und Gott meint es gut mit dir!"

Maria habe ihm vertraut, indem sie dem Engel sagte "Mir geschehe, wie du es gesagt hast." Heute müsse man sich fragen, wie Frauen reagiert hätten und ob sie zu dieser Ankündigung  "Ja und Amen" gesagt hätte. "Botschaften dieser Art jagen Schrecken ein "und Maria hatte Angst, denn sie wird in ihrer Umgebung sozial beschämt." Die Heilige Familie lebte, wie heute eine Patchworkfamilie, sagte der Dekan. Elisabeth und Maria seien zwei Frauen gewesen, die überraschend schwanger wurden. Elisabeth bekam im hohen Alter noch ein Kind und Maria trug Gottes Sohn in sich. Bekannt sei aus der Bibel, dass, als sich beide Frauen begegneten das Kind von Elisabeth, Johannes, in ihrem Bauch vor Freude hüpfte. Das habe zu Leichtigkeit und Freude bei den Frauen geführt. Beide seien Garanten des Glauben. Sie suchten Zuspruch im Glauben und den  gebe es auch heute noch. Der Dekan bat die Gläubigen aufeinander zuzugehen und ihn auch anzusprechen "wo immer sie mich sehen. sagen sie einfach: Wir kennen uns vom Findelberg." Der Wunsch des Dekans beim Findelbergfest: Nehmen sie heute viel Freude von hier mit. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst am Freialtar von der Musikkapelle Saal an der Saale. Die Feuerwehr der Gemeinde hatte die Einweisung der Fahrzeuge am Parkplatz übernommen.

Autor: Hanns Friedrich

­