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Pfarrer Karl Feser und Pfarrvikar Paul Mutume zelebrierten am Weißen Sonntag den Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche. Der Weiße Sonntag zu Corona Zeiten sah die Geistlichen vor einer Kirche mit leeren Bänken. Lediglich die Lektorin und der Küster, sowie der Kameramann feierten die Messe mit.

Nicht all zu lange verweist ist nach dem Weggang von Anne Hüttner als Geschäftsführerin des Haus St. Michael die  Stelle im Familienbildungs- und Mehrfamilienhaus der Diözese Würzburg in Bad Königshofen. Stefania Zastrow ist als Bildungsreferentin nach gerückt. Für den pastoralen Bereich im Haus St. Michael ist Dekanats-Familienseelsorgerin Regina Werner zuständig. Anne Hüttner ist in Würzburg für die Bildungshäuser der Diözese Würzburg verantwortlich.

Pfarrvikar Paul Mutume war am Ostermontag der Hauptzelebrant bem Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche. Mit ihm stand Pfarrer Karl Feser am Altar. Wieder wurde der Gottesdienst von der Orgel begleitet, die Jürgen Hoffmann spielte. Auch wenn lediglich drei Gläubige und der Küster -aufgrund der Corona Pandemie - den Gottesdienst mitfeierten, war es wieder eine beeindruckende Messfeier.

Pfarrer Karl Feser ging in der Stadtpfarrkirche auf die Grabesgeschichte ein und sagte, dass der Weg der Frauen zum Grab ein Aufbruch in die Zukunft sei. Als sie vom Engel erfuhren, dass Jesus auferstanden ist, verkündeten sie dies den Jüngern. Damit sei das Grab zu einem Ort geworden, an dem sich der Glaube entzündet. Seine Botschaft gehe in die ganze Welt hinaus.

Zur Corona Krise sagte der Geistliche, dass man sich vorkomme, als ob man an einem Grab steht. „Nichts ist mehr wie es war, da sind vielleicht Ängste und Sorgen, man weiß nicht wie es weitergehen soll und schaut nur noch zurück, wie es einmal war.“ Doch es gebe auch die Zeit nach Corona. Es gehe sicher weiter, vielleicht anders als bisher, aber man sollte nicht in Angst und Verlust stecken bleiben. Pfarrer Karl Feser: „Das ist mein Osterwunsch: Gott möge uns hinausführen ins Weite, so wie er die Frauen damals aus der Enge hinaus geführt hat ins Weite.

In den Kirchen gab es in diesem Jahr zwar kein Osterfeuer, aber die Osterkerzen wurden gesegnet. In der Stadtpfarrkirche standen die Osterkerzen für die Pfarreiengemeinschaft Grabfeld, die mit dem Ruf „Lumen Christi“ einzeln entzündet wurden. Zum Evangelium oder Gloria läuteten die Glocken und die zuvor dunkle Kirche wurde in ein Lichtermeer getaucht. Ungewöhnlich natürlich, dass dies alles vor leeren Kirchenbänken mit nur wenigen Kirchenbesuchern geschah und von daher, wie die vergangenen Kartage für die Gläubigen eine außergewöhnliche, beeindruckende Atmosphäre mit sich brachte.

„Woher wussten die Frauen, dass der Tod besiegt war?“ Diese Frage stellte Pfarrer Lutz Mertten am Karsamstagabend in der evangelischen Kirche von Bad Königshofen. Schließlich hätten sie ja nicht gewusst, dass das Grab leer sein wird und Jesus auferstanden standen ist. Außerdem sei dort ein großer Stein, der weggewälzt werden müsste. Pfarrer Lutz Mertten: „Wenn es die Bibel nicht erzählt, dann müssen wir versuchen, uns in die Frauen hineinzuversetzen, müssen uns vorstellen, uns ging es genauso.“ Der Pfarrer verglich die Situation mit dem Leben der Menschen, das oft bedroht wird und wo der Weg in die Zukunft versperrt ist. Oft müssten Steine, die im Weg liegen, weggerollt werden, das sei aber nicht immer aus eigener Kraft möglich. Die Frage stelle sich, wie man sich trotzdem auf den Weg machen könne, so wie die Frauen in Jerusalem. Die Frauen hätten geglaubt, dass es auch anders sein könne.

Die Auferstehung Jesu geschah ohne Zeugen. „Nur ein leeres Grab zeugt davon, dass Christus wahrhaft auferstanden ist von den Toten.“ Auch wenn in diesem Jahr die Kirchen leer bleiben, weil keiner kommen kann, werde doch Ostern. „Die Auferstehung lässt sich nicht aufhalten und sie geschieht auch ohne uns, für uns, für alle, die in den Krankenhäusern liegen, einsam zu Hause sind und für die Kinder und Familien, die sich nach Freiheit und nach Freunden sehnen.“ Auch heute würden Steine zur Seite geräumt, denn Ostern gehe auch durch verschlossene Türen. Das nächste Oster-Wunder sei die Hilfsbereitschaft der Menschen für diejenigen, die ihnen anvertraut sind. Ärztinnen und Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger machen sich auf den Weg, Hebammen gehen zu werdenden Müttern, Fernfahrer sind unterwegs auf der Straße und Bestatter sind bei den Trauernden. Sie alle würden die Zukunft nicht kennen, aber sich auf den Weg machen, weil sie Hoffnung Zuversicht haben. „Das ist auch Ostern, denn die Hoffnung ist groß, weil Christus wahrhaftig auferstanden ist.“

Der Gottesdienst wurde wieder aufgezeichnet und ist im Internet unter www.pfarreiengemeinschaft grabfeldbrüDiese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zu finden

Autor: Hanns Friedrich

 

Predigt – Osternacht

Zwei galiläische Frauen, die Jesus von Galiläa bis nach Jerusalem begleitet hatten: Maria von Magdala und die andere Maria sind in der Morgendämmerung unterwegs um nach dem Grab zu sehen. Sie wollen also einen Verstorbenen besuchen, ihren Rabbi, ihren Lehrer Jesus, mit dem sie umhergezogen waren und sie wollen nun ihrer Trauer Raum geben, weil er, dem sie in Liebe verbunden sind, nicht mehr da ist.

Unsere moderne Gesellschaft wird als Dienstleistungsgesellschaft beschrieben. Es werden Dienste geleistet, ständig, überall. Wenn wir allerdings vom „Dienen“ sprechen, „Jemandem dienen!“, da kommen einem eher Bilder von Früher, ein Butler z.B. der seinem Herren dient. Bessere Leute hatten früher ihre Untergebenen, Dienerinnen und Diener. Wenn wir noch weiter zurück gehen ins Mittelalter oder in die Antike, da gab es Sklavinnen und Sklaven, Leibeigene.

Heute, am Palmsonntag des Lesejahres A, haben wir die Leidensgeschichte Jesu nach Matthäus gehört. Ich möchte dazu ein paar Impulse mit auf den Weg geben: Den Evangelisten Matthäus sehen wir in der christlichen Kunst mit einem Engel abgebildet. In sich gekehrt hört er auf einen Engel, der zu ihm spricht. Das, was die Kunst äußerlich abbildet, geschieht aber im eigenen Herzen.

Schwestern und Brüder im Glauben, in dramatisch zugespitzter Form erzählt der Evangelist Johannes die Geschichte von Lazarus: Jesus kommt bewusst zu spät, die Schwestern Marta und Maria haben sich mittlerweile mit dem Tod ihres Bruders abgefunden, die Nachbarn klagen und weinen. Und auch Jesus zeigt seine Menschlichkeit, denn er lässt sich anrühren, auch er weint.

Trotz der Corona-Pandemie hörte man an den Kartagen, so am Karfreitag zu den Gebetszeiten die Ratscher. In den Grabfeldortschaften blieben sie auf ihren Grundstücken, wie in Eyershausen. Sie kamen damit einer Bitte von Pfarrer Karl Feser nach, der sich selbst mit eingebracht hatte. In Bad Königshofen durfte mit Genehmigung des Krisenstabs am Marktplatz gerumpelt werden.

Zwölf Stühle mit den Namen der zwölf Apostel standen um den Zelebrationsaltar in der Stadtpfarrkirche am Gründonnerstagabend. Nachdem kein öffentlicher Gottesdienst stattfinden konnte und auch die Fußwaschung entfiel, hatte Pfarrer Karl Feser damit symbolhaft auf das Gedächtnis der Feier des Abendmahls hingewiesen. Im Anschluss an den Gottesdienst war die Möglichkeit zur stillen Anbetung möglich.

Kleine Ostergeschenke hat der Pfarrgemeinderat Bad Königshofen vorbereitet.  Kinder und Jugendliche haben Eier gefärbt und Tüten liebevoll gestaltet. Dies sind mit kleinen Ostergaben gefüllt. Sie liegen ab Karfreitag in der Stadtpfarrkirche und können  mitgenommen werden, auch für diejenigen, die nicht selbst zur Kirche kommen können. Wer möchte kann aber auch eigene Osterspeisen in die Stadtpfarrkirche bringen und zwar am Gründonnerstag bis 17 Uhr. Außerdem gibt es an Ostern kleine Osterkerzen zum Mitnehmen, die zuvor von Pfarrer Karl 'Feser gesegnet wurden.

Das Bayerische Fernsehen war am Dienstagnachmittag in Bad Königshofen, um hier Aufnahmen für die Sendung am Gründonnerstag um 17.45 Uhr zu drehen. Im Mittelpunkt stand die Idee von Pfarrer Karl Feser, dass er als „Gebetsrufer“ am Karfreitag und Karsamstag vom Turm der Stadtpfarrkirche Gebetstexte spricht.

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