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Predigt – Osternacht

Zwei galiläische Frauen, die Jesus von Galiläa bis nach Jerusalem begleitet hatten: Maria von Magdala und die andere Maria sind in der Morgendämmerung unterwegs um nach dem Grab zu sehen. Sie wollen also einen Verstorbenen besuchen, ihren Rabbi, ihren Lehrer Jesus, mit dem sie umhergezogen waren und sie wollen nun ihrer Trauer Raum geben, weil er, dem sie in Liebe verbunden sind, nicht mehr da ist.

Unsere moderne Gesellschaft wird als Dienstleistungsgesellschaft beschrieben. Es werden Dienste geleistet, ständig, überall. Wenn wir allerdings vom „Dienen“ sprechen, „Jemandem dienen!“, da kommen einem eher Bilder von Früher, ein Butler z.B. der seinem Herren dient. Bessere Leute hatten früher ihre Untergebenen, Dienerinnen und Diener. Wenn wir noch weiter zurück gehen ins Mittelalter oder in die Antike, da gab es Sklavinnen und Sklaven, Leibeigene.

Heute, am Palmsonntag des Lesejahres A, haben wir die Leidensgeschichte Jesu nach Matthäus gehört. Ich möchte dazu ein paar Impulse mit auf den Weg geben: Den Evangelisten Matthäus sehen wir in der christlichen Kunst mit einem Engel abgebildet. In sich gekehrt hört er auf einen Engel, der zu ihm spricht. Das, was die Kunst äußerlich abbildet, geschieht aber im eigenen Herzen.

Schwestern und Brüder im Glauben, in dramatisch zugespitzter Form erzählt der Evangelist Johannes die Geschichte von Lazarus: Jesus kommt bewusst zu spät, die Schwestern Marta und Maria haben sich mittlerweile mit dem Tod ihres Bruders abgefunden, die Nachbarn klagen und weinen. Und auch Jesus zeigt seine Menschlichkeit, denn er lässt sich anrühren, auch er weint.

Trotz der Corona-Pandemie hörte man an den Kartagen, so am Karfreitag zu den Gebetszeiten die Ratscher. In den Grabfeldortschaften blieben sie auf ihren Grundstücken, wie in Eyershausen. Sie kamen damit einer Bitte von Pfarrer Karl Feser nach, der sich selbst mit eingebracht hatte. In Bad Königshofen durfte mit Genehmigung des Krisenstabs am Marktplatz gerumpelt werden.

Zwölf Stühle mit den Namen der zwölf Apostel standen um den Zelebrationsaltar in der Stadtpfarrkirche am Gründonnerstagabend. Nachdem kein öffentlicher Gottesdienst stattfinden konnte und auch die Fußwaschung entfiel, hatte Pfarrer Karl Feser damit symbolhaft auf das Gedächtnis der Feier des Abendmahls hingewiesen. Im Anschluss an den Gottesdienst war die Möglichkeit zur stillen Anbetung möglich.

Kleine Ostergeschenke hat der Pfarrgemeinderat Bad Königshofen vorbereitet.  Kinder und Jugendliche haben Eier gefärbt und Tüten liebevoll gestaltet. Dies sind mit kleinen Ostergaben gefüllt. Sie liegen ab Karfreitag in der Stadtpfarrkirche und können  mitgenommen werden, auch für diejenigen, die nicht selbst zur Kirche kommen können. Wer möchte kann aber auch eigene Osterspeisen in die Stadtpfarrkirche bringen und zwar am Gründonnerstag bis 17 Uhr. Außerdem gibt es an Ostern kleine Osterkerzen zum Mitnehmen, die zuvor von Pfarrer Karl 'Feser gesegnet wurden.

Das Bayerische Fernsehen war am Dienstagnachmittag in Bad Königshofen, um hier Aufnahmen für die Sendung am Gründonnerstag um 17.45 Uhr zu drehen. Im Mittelpunkt stand die Idee von Pfarrer Karl Feser, dass er als „Gebetsrufer“ am Karfreitag und Karsamstag vom Turm der Stadtpfarrkirche Gebetstexte spricht.

Einen Palmsonntag vor leeren Kirchenbänken, lediglich mit den Lektoren, sowie Diakon Rudi Reuter und Altpfarrer Linus Eizenhöfer hat Covit 19 in diesem Jahr in Bad Königshofen beschert. Wie schon in den vergangenen Wochen feierte Pfarrer Karl Feser den Gottesdienst für die gesamte Pfarreiengemeinschaft Grabfeldbrücke und so gedachte man auch der Verstorbenen aus Althausen, Merkershausen, Herbstadt, Ottelmannshausen, Breitensee und Bad Königshofen.

Für ältere  und kranke Mitchristen, die Ihre Palmzweige nicht in die Kirche bringen können, gibt es auch die Möglichkeit, dass sie die Zweige selbst zuhause segnen können. So zum Beispiel während der Gottesdienstübertragung und häuslichen Mitfeiern oder während eines Hausgottesdienstes.

Das Thema Covid 19 ist auch und gerade in Afrika zurzeit äußerst aktuell. Grund genug für die Sender Radio Maria Mbarara und Radio West Mbarara, sowie das Fernsehen „TV West Uganda“ mehr zu erfahren, vor allem über die aktuelle Situation in Deutschland. Pfarrvikar Paul Mutume bekam deshalb die Anfrage aus seiner Pfarrei in Bad Königshofen zu berichten. So stand er an drei verschiedenen Standorten kürzlich vor der Kamera. Außerdem verfasste er zu Hause Radioberichte, die dann nach Uganda überspielt wurden.

Eine außergewöhnliche Idee hat Pfarrer Karl Feser in Bad Königshofen. Nachdem durch den Wegfall der öffentlichen Gottesdienste auch das traditionelle Ratschen der Jungs und Mädels von Gründonnerstag bis Karsamstag wegfällt, will er die Tradition trotzdem beibehalten.

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