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In Zeiten der Corona Krise zelebrierten am heutigen Sonntag Pfarrer Karl Feser und Pfarrvikar Paul Mutume einen Gottesdienst vor leeren Kirchenbänken in der Stadtpfarrkirche Bad Königshofen. Im Anschluss daran fand eine halbstündige Anbetung vor dem am Hochaltar ausgesetzten Allerheiligsten statt.

Das evangelische Pfarrerehepaar Tina und Lutz Mertten und der katholische Pfarrer Karl Feser haben sich in den vergangenen Tagen Gedanken gemacht, wie sie in der Coronakrise Kontakt zu ihren Gläubigen halten. Deshalb wurde nun ein kleines Textheft erstellt, in dem  Gedanken, Lesungen, Psalmen und Bibelstellen für jeden Tag der Woche ausgewählt wurden. Dieses ist auf der Seite www.badkoenigshofen-evangelisch.de bereits zum herunter laden. Außerdem liegt es in eingen Kirchen aus. Der Titel: gemeinsam im Gebet – Liturgie für zu Hause.

Bad Königshofen.. Anfang der 1980er Jahr war es noch üblich, dass Schulen am Aschermittwoch zunächst zum Gottesdienst gingen und dort auch das Aschenkreuz bekamen. Schon da wurde der ökumenische Gedanke in Bad Königshofen gepflegt. Ein Novum der damaligen Zeit dürfte ein Foto sein, bei dem Günter Putz, Direktor des Kilianeums Bad Königshofen, heute Domdekan an der Kathedralkirche Würzburg und für Liturgie und Kirchenmusik am Dom zuständig, dem evangelischen Pfarrer Gottfried Krauß das Aschenkreuz auf die Stirne zeichnete und dieser dies bei seinem katholischen Amtsbruder ebenso tat. Heute finden diese Gottesdienste speziell für Schulen nicht mehr statt, nachdem eine Ferienwoche dazwischen liegt. Die Aufnahme zeigt aber, dass in Bad Königshofen die beiden Kirchengemeinden schon über Jahrzehnte hinweg einen engen Kontakt pflegten, so wie das heute noch mit dem Pfarrerehepaar Tina und Lutz Mertten der Fall ist.

Mit dem Aschermittwoch beginnt in den Kirchen die 40-tägige Fastenzeit. In einigen katholischen Kirchen werden Bilder mit violetten Tüchern verhängt oder Flügelaltäre geschlossen. Die Bezeichnung Aschermittwoch geht auf den Brauch zurück, im Gottesdienst am Aschermittwoch die Asche vom Verbrennen der Palmzweige des Vorjahres zu segnen und die Gläubigen mit einem Kreuz aus dieser Asche zu bezeichnen. Damit soll der Mensch an seine Vergänglichkeit erinnert und zur Umkehr aufgerufen werden. Kalendarisch betrachtet liegt Aschermittwoch immer zwischen dem vierten Februar und dem zehnten März des laufenden Jahres. Die mit der Fastenzeit verbundenen Traditionen lassen sich bis in das zweite Jahrhundert zurückverfolgen, wo man zwei Tage vor Ostersonntag mit dem Fasten begann. Im dritten Jahrhundert wurde diese Zeit auf die Karwoche ausgedehnt und bereits im vierten Jahrhundert auf 40 Tage (durch das 1. Konzil von Nizäa). Durch Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel, alkoholische Getränke und bereits alltäglich gewordenen Luxus soll der beschwerliche Weg Christi verständlich und einprägsam dargestellt werden.

Schon in den frühen Jahrhunderten wurde gläubigen Menschen unter anderem untersagten, Fleisch in der Fastenzeit zu essen. Eine Alternative war und ist Fisch. So ist in das bekannte Fischessen auch in unserer Region nichts Unbekanntes. Bereits zu Zeiten des Alten Testaments war es üblich, Menschen, die große Sünden begangen hatten, am Aschermittwoch mit einem Bußgewand zu kleiden, mit Asche zu bestreuen und aus der Kirche zu vertreiben. Der Asche wurde dabei eine reinigende Wirkung der Seele nachgesagt. Papst Urban II. ordnete im elften Jahrhundert an, die verwendete Asche zu segnen und die Asche musste aus verbrannten Palmenwedeln und Ölzweigen hergestellt sein, die im Jahr zuvor am Palmsonntag verwendet worden waren. Gläubige erhalten das Kreuz mit den Worten: „Bedenke Mensch, dass Du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehrst“. Kreisheimatpfleger Reinhold Albert hat in seinem Brauchtumsbuch im Landkreis Rhön-Grabfeld ebenfalls Brauchtum zum Aschermittwoch entdeckt. So im Besengau, wo Burschen sich als Kapuziner verkleideten und in die Lichtstuben kamen. Von de Mädchen bekamen sie Eier, die dann in der Dorfwirtschaft gebacken und gemeinsam verspeist wurden. In Unterwaldbehrungen luden die Mädels die Burschen zum Essen in die Lichtstube. „G'tanzt wurd do nemmer; süst kam me jo net nei en Himmel.

Der Aschermittwoch galt neben dem Karfreitag als der strengste Fasttag. Auf keinen Fall durfte Fleisch gegessen werden und so kam in den meisten Haushalten am Mittag geba­ckener Fisch mit Kartoffelsalat auf den Tisch. In Oberweißenbrunn wurden zahlreiche Büchsen Heringe gekauft, um damit die „Kater“ zu vertreiben. In Eichenhausen bekamen am Aschermittwoch die Mädchen von der Lichtstubenfrau Käsebrot, Butter, Kaffee und Kuchen. Am Aschermittwoch schlugen die Burschen im östlichen Grabfeld ihren Mädchen den „Öschhofen“. Alte Eimer, Teller und Töpfe wurden vor das Haus der Lichtstube geworfen. Die Burschen rissen daraufhin aus, ließen sich aber von den Mädchen einfangen. Diese bekamen Süßigkeiten. Dann wurde gemeinsam Kaffee getrunken, dazu Krapfen und Kuchen gegessen. Mehr dazu gibt es im Buch "Silberstrauß und Ringelein", das der Kreisheimatpfleger geschrieben hat.

Autor: Hanns Friedrich

Am Dreikönigstag waren in den Pfarrgemeinden in Rhön und Grabfeld wieder die Sternsinger unterwegs. In Bad Königshofen gab es auch in diesem Jahr eine Erwachsenengruppe mit Petra Berwind, Harald Langer, Christoph Steinert und Bernhard Zeitz, dazu die Pfarrergruppe mit Karl Feser, Tina und Lutz Mertten, sowie Paul Mutume. Hinzu kamen die Kindergruppen.

Schnellkurs im Kohle anzünden für Aubstadts Sternsinger – Die Sternsinger von Aubstadt, zum ersten Mal am Dreikönigstag unterwegs, sind optimistisch: Wenn wir auch nächstes Jahr wieder mitmachen und weiter, dann kommen wir vielleicht auch mal zum Bundespräsidenten. Die Kinder kommen aus der 3./4. Klasse. Zwei sind katholisch, sechs evangelisch. "Das ist doch eine schöne gelebt Ökumene" sagt Sigrun Weigelt, die Initiatorin des Sternsingerbrauchs in Aubstadt.

Erstmals auch in Aubstadt unterwegs – Ein Novum bei den Sternsingern gibt es in diesem Jahr am Dreikönigstag: Erstmals sind nämlich Kaspar, Melchior, Balthasar und Sternträger auch in der überwiegend evangelischen Kirchengemeinde Aubstadt unterwegs. Betreut werden sie von Sigrun Weigelt und Susanne Werner. Die Kinder kommen aus der 3./4. Klasse, zwei sind katholisch, sechs evangelisch, sagt Sigrun Weigelt. Die Texte hat man von Bad Königshofen übernommen, von hier kommen auch die Gewänder, sowie Stern und Rauchfass.

Predigttext von Pfarrer Karl Feser Christmette 24. Dezember 2019 in der Stadtpfarrkirche Bad Königshofen.

Predigt Heilig Abend – In der Nacht Kön, 2019

Gottesdienste an Heilig Abend – In der Stadtpfarrkirche nahm Pfarrer Karl Feser an Heilig Abend die aktuellen Geschehnisse der Welt in den Focus und nannte Weihnachten ein Provokation. Er sprach den "Fürchtet-euch-nicht-Engel" an, der bei Maria war, um die Geburt des Gotteskindes anzukündigen, bei Josef als dieser sich entschloss, Maria in aller Heimlichkeit zu verlassen und er tritt auch an Ostern am offenen Grab von Jesus auf. "Immer in schwierigen Lebensumständen, da wo einem die Hoffnung abhanden gekommen ist."

Und wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren, und nicht in dir: Du bliebest doch in alle Ewigkeit verloren.Angelus Silesius (1624 - 1677), deutsch: Schlesischer Engel, eigentlich Johannes Scheffler, deutscher Arzt, Priester und Dichter.

Kolping und Feuerwehr engagieren sich seit Jahren – Viele ehrenamtliche Stunden haben Mitglieder der Kolpingsfamilie und der Feuerwehr Bad Königshofen wieder in den Aufbau der Krippenlandschaft in der Stadtpfarrkirche investiert. Auf einer Anhöhe die Heilige Familie mit den Hirten, unterhalb die kleine fränkische Kirche. Wirft man dort ein Geldstück ein, erklingt ein Glockenspiel. Im Turm der Kapelle steht ein weißgekleideter Engel, der den Glockenstrang zieht. Dann öffnen sich die Türen der kleinen Kirche und das „Christkind“ kommt heraus und gibt den Segen.

"Das Friedenslicht aus Bethlehem ist eine ganz besondere Flamme", sagt Familienseelsorgerin Regina Werner, pastorale Leitung am Mehrgenerationenhaus St. Michael in Bad Königshofen. Dort fand am Sonntagabend im Rahmen einer Andacht, gemeinsam mit Diakon Rudi Reuter, die Aussendung des Friedenslichts statt. Eingangs verwies Regina Werner darauf, dass die elfjährige Victoria Kampenhuber aus Österreich am 26. November in der Geburtsgrotte in Bethlehem das Friedenslicht entzündete. Von da an ging es in die ganze Welt.

Einiges an Zeit hat Küster Michael Löhr am Freitagabend investiert, um die Stadtpfarrkirche für das Rorate Amt am Samstagmorgen "ins rechte Licht zu rücken." Mehr als 100 Kerzen brannten letztendlich, denn auch die Kerzen der historischen Zunftleuchter waren entzündet und die Gläubigen hatten ebenfalls Kerzen mitgebracht. So standen nicht nur an den Kirchenbänken die flackernden Lichter, sondern auch bei den Gottesdienstbesuchern. Im Kerzenschein der Volks- und der Hochaltar. Gerade hier kamen vor allem die goldglänzenden Engel des Münchner Künstlers Thomas Buscher zur Geltung. Kerzen an der Kanzel und sogar am Taufstein aus dem 17. Jahrhundert.

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